>_ DevTrendsde

Sprache

Start

Sprachen

Bereiche

Frontend Backend Mobile DevOps AI / ML GameDev Blockchain Embedded Sicherheit
Kotlin

Wie ein Entwickler die beste Tachiyomi- und J2K-Hybrid-App im Yokai Reader geschaffen hat

Als das ursprüngliche Tachiyomi-Projekt Anfang 2024 eingestellt wurde, sorgte das für erhebliche Unruhe unter Manga- und Comic-Enthusiasten auf Android. Der beliebte Open-Source-Reader zerfiel in dutzende Forks. Die Nutzer standen vor einer Wahl: Mihon führte die Basis-Anwendung fort, TachiyomiJ2K blieb dank seiner durchdachten Benutzeroberfläche ein Favorit, und TachiyomiSY entwickelte spezifische Bibliotheksfilter.

Der Entwickler null2264 verfolgte einen anderen Ansatz. Anstatt sich für einen Zweig zu entscheiden oder die Mängel jedes einzelnen hinzunehmen, beschloss er, die besten Funktionen verschiedener Autoren in seinem eigenen Projekt namens Yokai zu vereinen.

Yokai logo

Was Yokai ist

Yokai ist ein kostenloser, quelloffener Android-Reader, geschrieben in Kotlin. Der Autor erklärt upfront im Repository, dass das Projekt für den persönlichen Gebrauch erstellt wurde. In seinem Profil ist es Teil einer sogenannten „paranormalen" Sammlung von Forks – Experimente, bei denen er neue Technologien erkundet, Refactoring ausprobiert und Funktionen hinzufügt, die über einen Pull Request wahrscheinlich nicht in das Haupt-Repository aufgenommen würden.

Die App vereint drei große Entwicklungszweige:

  1. Kern und Stabilität von Tachiyomi und seinem direkten Nachfolger Mihon.
  2. Interface-Lösungen und UX von TachiyomiJ2K.
  3. Inhaltsfilter von TachiyomiSY.

Das Ergebnis wirkt stimmig: Man erhält vertraute Lesefunktionen mit praktischen Gestensteuerungen und flexiblen Layouts, für die man zuvor verschiedene Builds durchsuchen musste.

Yokai screens

Wichtigste Funktionen und Annehmlichkeiten

Statt blind Code zu kopieren, leistete der Autor ernsthafte Arbeit an gezielter Feature-Integration. Folgendes sticht bei praktischer Nutzung hervor.

Fortgeschrittene Oberfläche von J2K

Der Hauptunterschied zwischen Yokai und dem Standard-Mihon liegt in der Handhabung des Bildschirms und der Bibliotheksansicht. Die App nutzt aktiv Material Design You-Elemente:

  • Der Manga-Card-Bildschirm passt das Farbschema der Oberfläche an das Cover an.
  • Eine schwebende Suchleiste hilft, Titel beim Scrollen schnell zu filtern.
  • Für Tablets und Foldables gibt es einen Zwei-Seiten-Spread-Modus wie in einem gedruckten Buch.
  • Die untere Toolbar ist für komfortable Einhandbedienung auf großen Bildschirmen erweitert.
  • Kategorien in der Bibliothek können zu einer einzelnen vertikalen Liste zusammengefaltet oder per Drag für manuelle Sortierung verschoben werden.

Lokales Lesen und ComicInfo.xml-Datei

Viele Nutzer verwenden diese Reader nicht nur für Online-Kataloge, sondern auch zum Lesen lokaler CBZ- und ZIP-Archive. In der Basisversion von Tachiyomi werden Dateien in Ordnern oft mit benutzerdefinierten oder fehlerhaften Kapitelnamen angezeigt.

Yokai fügte das Parsen der ComicInfo.xml-Datei in lokalen Archiven hinzu. Die App extrahiert automatisch die genaue Kapitelnummer, den Originaltitel und Übersetzerinformationen aus den Metadaten.

Bibliotheksorganisation und Backups

Der Autor hat ein langjähriges Problem mit der Backup-Inkompatibilität zwischen verschiedenen Forks behoben. Jetzt lässt sich ein Backup von Yokai sauber in anderen aktuellen Clients wiederherstellen.

Für die Bibliotheksstrukturierung wurde das NSFW/SFW-Toggle-System von TachiyomiSY übernommen. Zusätzlich funktionieren dynamische Kategorien automatisch: Die App gruppiert Titel nach Tags, Tracking-Status oder Quelle.

Tracker-Synchronisierung

Wie beim ursprünglichen Reader bleibt die Integration mit beliebten Tracking-Diensten erhalten:

  • Shikimori
  • AniList
  • MyAnimeList
  • Kitsu
  • MangaUpdates
  • Bangumi

Wenn ein Kapitel gelesen wird, wird der Fortschritt automatisch an die ausgewählte Plattform gesendet.

Technische Seite und Entwicklungsstatus

Aus Code-Sicht ist Yokai eine klassische Kotlin-Android-App, die Android 6.0 oder neuer erfordert. Das Repository hat CI/CD über GitHub Actions konfiguriert, das sowohl stabile Versionen als auch Nightly-Builds bei jedem Commit erstellt.

In der Repository-Beschreibung merkt der Autor an, dass der Fokus auf die Migration des Projekts auf modernere Infrastruktur verlagert wurde. Ein Teil der Codebasis wird für aktuelle Jetpack-Bibliotheken und aktualisierte Android 12+-Richtlinien umgeschrieben.

Der Update-Zeitplan ist unregelmäßig: Phasen hoher Aktivität werden von Pausen gefolgt. Dies ist ein ehrliches Privatprojekt einer einzelnen Person, kein Unternehmensprodukt mit starren Deadlines. Die Apache-2.0-Open-Source-Lizenz ermöglicht es jedoch jedem, das Repository zu klonen und eigene Pull Requests einzureichen.

Für wen dieses Projekt gedacht ist

Die App wird für mehrere Kategorien von Nutzern und Entwicklern nützlich sein:

  • Besitzer von Tablets und großen Bildschirmen, die den Zwei-Seiten-Modus im Standard-Mihon vermissen.
  • Diejenigen, die Comics lieber lokal speichern und über ComicInfo.xml katalogisieren möchten.
  • Android-Entwickler, die ein Beispiel für tiefgreifendes Refactoring und das Zusammenführen von Codebasen großer Open-Source-Kotlin-Projekte sehen möchten.

Fazit

Yokai zeigt ein gutes Beispiel dafür, wie ein persönlicher Fork für eigene Bedürfnisse zu einem praktischen Werkzeug für die Community werden kann. Das Projekt versucht nicht, das Rad neu zu erfinden; es nimmt das Beste aus den verstreuten Zweigen des Tachiyomi-Ökosystems und verpackt es in eine aufgeräumte Oberfläche.

Wenn du nach einem Reader mit flexibler Bibliotheksanpassung und Tablet-Unterstützung gesucht hast, lade die APK aus dem Releases-Bereich auf GitHub herunter und probiere ihn aus.

Ähnliche Projekte